

Archetypes of Concrete Art ist ein systematischer Forschungszyklus zu grundlegenden Bildordnungen der konkreten Kunst. Ausgangspunkt ist die Frage, unter welchen Bedingungen einfache visuelle Systeme stabile und wiederkehrende Wirkformen entwickeln.
Die Serie umfasst 36 großformatige Arbeiten (170 × 170 cm). Sechs elementare Bildsysteme – konzentrischer Kreis, konzentrisches Quadrat, Raster, Dreieckssysteme sowie horizontale und vertikale Streifen – bilden die strukturelle Basis. Diese Systeme wurden gewählt, weil sie in der Kunstgeschichte immer wieder auftauchen: reduziert, klar und hoch wirksam.

Jedes Bildsystem wird konsequent in sechs grundlegende Farbordnungen übersetzt, darunter Schwarz-Weiß, monochrome Systeme, Farbkreis, Graustufen und Kontrastmodelle. So entstehen präzise Gegenüberstellungen, anhand derer sich Wirkungsbedingungen untersuchen lassen: Wann verstärkt Farbe ein System, wann neutralisiert sie es? Wann entsteht räumliche Wirkung, wann bleibt sie aus?

Das große Format ist dabei methodisch gesetzt. Erst in der körperlichen Konfrontation werden die Wirkungen der Bildsysteme unmittelbar erfahrbar. Der Zyklus schafft einen kontrollierten Rahmen, in dem visuelle Wirkung nicht behauptet, sondern vergleichbar gemacht wird.

